Oranienburger Straße

Im westlichen Teil der historischen Spandauer Vorstadt gelegen, verbindet die Oranienburger Straße im Berliner Ortsteil Mitte den Hackeschen Markt mit der Friedrichstraße. Benannt wurde sie nach der Brandenburger Stadt Oranienburg, in der auch das Konzentrationslager Sachsenhausen liegt und wird oft mit der Kreuzberger Oranienstraße verwechselt. Die Flaniermeile ist bei Touristen besonders wegen ihrem reichhaltigen Angebot […]

Im westlichen Teil der historischen Spandauer Vorstadt gelegen, verbindet die Oranienburger Straße im Berliner Ortsteil Mitte den Hackeschen Markt mit der Friedrichstraße. Benannt wurde sie nach der Brandenburger Stadt Oranienburg, in der auch das Konzentrationslager Sachsenhausen liegt und wird oft mit der Kreuzberger Oranienstraße verwechselt. Die Flaniermeile ist bei Touristen besonders wegen ihrem reichhaltigen Angebot an Bars, Geschäften, Restaurants und Cafés sehr beliebt und bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten zum bestaunen.

 

Die Straße wurde etwa im 13. Jahrhundert unter dem Namen Spandauer Heerweg gebaut und verband Spandau mit Berlin. Auf dieser Verbindungsstraße befanden sich mehrere Acker- und Gewerbeflächen, wie z.B. die kurfürstliche Meierei und mehrere Ziegel- und Kalkscheunen. Am Anfang des 18. Jahrhunderts wurde hier aufgrund einer Grundstücksschenkung der Kurfürstin Sophie Charlotte, der Namensgeberin des Bezirkes Charlottenburg, das Schloss Monbijou errichtet, welches aber nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund von Kriegsschäden komplett abgetragen wurde.

Das Straßenbild ist durch das Großbürgertum, zahlreiche Firmensitze, Einrichtungen des öffentlichen Lebens, Kaufhäuser und durch Berliner Juden und die Neue Synagoge geprägt worden. Eine Woche vor der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler wurde sogar ein jüdisches Museum eröffnet. Der Preußische Staat übergab das Gebäude des jüdischen Museums dem Studentenwerk und ließ zusätzlich ein Heim für Akademiker errichten. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden auf der Oranienburger Straße regelmäßig Bücher verbrannt, am 9. November 1938 brannte auch die neue Synagoge. Durch Luftangriffe der Alliierten wurden fast alle bedeuteten Gebäude wie das Schloss Monbijou und das Postfuhramt schwer beschädigt und teilweise komplett zerstört.

Während der DDR-Zeiten wurden viele der Gebäude mangelhaft und notdürftig instand gesetzt oder einfach komplett abgerissen, so z.B. das Schloss Monbijou, das aufgrund seiner Geschichte als Adelspalast keinen Wiederaufbau erleben durfte. Auch nach dem Fall der eisernen Mauer wurde in der Zeit nach der Wende keine großen Neuerungen vorgenommen. Erst in den späten 1990ern wurde damit begonnen, einzelne Fassaden und alte Gebäude historisch getreu wiederherzustellen. Unter anderem wurde die Neue Synagoge sowie das Centrum Judaicum errichtet. Durch die Ansiedlung von Künstlern wurde der Straße neues Leben eingehaucht.

Heute ist die Oranienburger Straße ein belebter Ort, an dem viele Gedenkstätten zwar noch an die Nachkriegszeit erinnern, jedoch hat sich das Straßenbild dank der Bebauungs- und Renovierungsarbeiten neuen alten Charme bekommen und ist ein beliebter Treffpunkt für Berliner und Touristen. Auf der Oranienburger Straße befinden sich heute zahlreiche Kultur- und Erlebnisangebote sowie der Monbijoupark, die Neue Synagoge, sowie ein Rodelberg und ein ausgebautes Spreeufer.